Das Phänomen der Archetypen – Unbewusste Potenziale erkennen und verstehen

Der Künstler Peter Kalb und Gisela M. Bartulec im Gespräch mit Peggy Rockteschel.

Peter Kalb ist Künstler und seine wichtigste Aufgabe sieht er seit 30 Jahren in der Herausarbeitung der Archetypen aus der Menschheitsgeschichte. Dies gelingt ihm durch das Beobachten ständiger Wiederholungen menschlichen Verhaltens und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die Errungenschaft für dieselbe liegt darin, dass sie diese Strukturen nun sehen, anfassen, verstehen und reflektieren kann, weil er sie mit dem Mittel der Kunst sichtbar macht. Sie verlagern nach außen, was innen ist und damit wird es erfahrbar, was vorher nicht möglich war. Archetypen werden vererbt und sind – entgegen der landläufigen Meinung – keine Urbilder, sondern Strukturen, auf die der Mensch in seinem Verhalten immer wieder zurückgreift, um sein Überleben zu sichern. 19 Archetypen, die sich im Laufe der Evolution herausgebildet haben und in die Bewusstheit des Menschen gehören, konnte ich in dieser Zeit freilegen. Ein Potential, das wir erst einmal kennen lernen müssen, um es nutzen zu können. Obschon sie zeitlos und kollektiv bereits immer vorhanden waren, ist es die Aufgabe unseres Zeitalters, sie in unserer Welt zu integrieren, um für das Gesamtsystem von Nutzen sein zu können.

Nachdem Archetypen von der Anlage her zeitlos sind, sehe ich es außerdem als meine Aufgabe an, diese in einen zeitgemäßen Kontext zu setzen. So entstand mit dem Archetyp der „Einheit“ ein Engagement für den Zusammenhalt Europas und der EU, oder mit dem Archetyp „Aufrichten“ ein internationales Kunstprojekt und World-Statement, dem ich, zusammen mit meiner Lebensgefährtin Gisela M. Bartulec, mit dem Titel „Wenn Richten, … dann Aufrichten“ eine Richtung geben haben, um dem überbordenden Richten unserer Zeit etwas entgegensetzen zu können. Wenn wir einen Blick in die digitale Welt werfen, sehen wir einen Verfall der Diskussionskultur. Es wird gerichtet, verurteilt, an den Pranger gestellt und das teilweise mit einer Aggression, die an Kriegsverrohung denken lässt. Mit dem Kunstprojekt „Wenn Richten, … dann Aufrichten“ wollen wir mit der Nachhaltigkeit der Skulptur eine weltweite Präsenz für diesen Archetyp erreichen, der uns klar macht, dass es uns allen besser geht, wenn wir uns gegenseitig mehr aufrichten. Und das ist etwas, das nicht wir sagen, sondern die Evolution.





Keinen Beitrag mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook.
Diskutieren, Kommentieren - Ihre Meinung ist uns wichtig!