Tore zur Unterwelt in der Steiermark

Die Entdeckung eines riesigen Systems unterirdischer Gänge wirft viele Fragen auf und lässt sogar die bisherige Vorgeschichtsschreibung gehörig ins Wanken kommen. Bei Umbauarbeiten wird im Dachstuhl eines Bauernhofs eine jahrhundertalte Kanonenkugel gefunden. Darin entdeckt man einen Plan, der auf ein Labyrinth von unterirdischen Gängen verweist – das ist nicht der Beginn eines Thrillers, sondern hat sich in der oststeirischen Gemeinde Vorau wirklich zugetragen. Und es war der Ausgangspunkt von einer Reihe schier unglaublicher Entdeckungen. Die Höhlenforscher Ingrid und Heinrich Kusch machten sich an die Erforschung des viele Kilometer langen und offenbar in größere Tiefe führenden Gangsystems und stießen dabei immer wieder auf Einzelheiten, für die es keine Erklärung gibt. So sind die meisten dieser Gänge nach einer gewissen Strecke nicht nur zugemauert, sondern meterdick mit tonnenschwerem Gestein verschlossen. Übrigens: Die Kirche hat über dieses System unterirdischer Gänge und Räume sehr viel mehr Pläne, als sie bisher veröffentlicht hat.

Wer hatte da Angst vor einer Gefahr aus der Tiefe? In welcher unbekannten Bearbeitungstechnik wurden Teile der Gänge, die tiefer liegen als die mittelalterlichen Bereiche, so präzise oft durch blanken Fels geschnitten? Und warum sind diese Gänge so niedrig und schmal? Eine mögliche

Antwort: Die Gänge gehen auf prähistorische Zeiten zurück, und es besteht ein Zusammenhang mit anderen ungeklärten Rätseln der Vorzeit: den Erdställen, die von Frankreich bis Tschechien zu finden sind, oder den tausenden Menhiren, die in der Steiermark Verlauf und Zugänge des unterirdischen Gangsystems zu markieren scheinen. Muss die europäische Vorgeschichte neu geschrieben werden?

Biographie

Mag.Dr. Heinrich Kusch, Jahrgang 1948, Prähistoriker und Anthropospeläologe war zwei Jahrzehnte lang Lehrbeauftragter an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Jahrzehnte lange wissenschaftliche Forschungs- und Ausgrabungstätigkeit nicht nur in Österreich und in verschiedenen europäischen Ländern, sondern insbesondere auch im Nahen Osten und speziell in Zentral- und Ostasien, später auch in Afrika und Mittelamerika. Über 30 Expeditionen und hunderte Forschungsreisen, bei denen viele tausend Höhlen und unterirdische Anlagen untersucht und erforscht werden konnten. Über 160 Publikationen darunter vier großformatige Sachbildbände über „Höhlen der Steiermark“, „Kulthöhlen in Europa“, „Tore zur Unterwelt“ und „Versiegelte Unterwelt“.

Kontakt

www.speleo-kusch.de
heinrich.kusch@uni-graz.at





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